BIM Anwendungsfälle: Visualisierung

29. Januar 2021 Bauindustrie / BIM Sarah Feustel

Nähert man sich dem Thema Building Information Modeling, so stellt man schnell fest, dass es sehr viele Bereiche gibt, in denen BIM zur Anwendung kommt. Doch welche BIM-Leistungen kann ich meinem Auftraggeber anbieten? Wie viel Aufwand bedeutet das für mich? Welchen Mehrwert generiere ich durch welche Leistung?

Wenn Sie BIM anwenden, tun Sie dies idealerweise nicht zum Selbstzweck. Im Allgemeinen versprechen Sie sich etwas davon – das sind prinzipiell sogenannte BIM-Ziele (bessere Ressourcenplanung, wenige Fehler in der Planung und vieles mehr). Da diese Ziele recht schwammig formuliert sind, können Sie in Teilziele zerlegt werden. Mit der Zielerreichung eines dieser Teilziele wollen wir uns in diesem Beitrag beschäftigen.

Dieses Teilziel beginnt mit der Frage: “Was muss ich tun, um Planungsfehler zu vermeiden?” Ein möglicher Ansatz wäre hier die häufige Kontrolle des Modells. Das setzen Sie beispielsweise über die visuelle Modellprüfung um. Damit wären wir von einem sehr groben Ziel zu einem definierten Anwendungsfall gekommen – der Visualisierung.

Die Visualisierung ist auf Basis eines BIM-Modells verhältnismäßig simpel. Das begründet sich darin, dass im BIM-Modell nicht nur Geometrien, sondern auch Daten vorhanden sind. So haben Sie meist Daten gegeben, welche die Darstellung beeinflussen. Das ist in CAD-Modellen normalerweise nicht der Fall. Visualisierungen können recht vielfältig ausfallen. Die Möglichkeiten reichen von Bildern über Filme und Animationen bis hin zu interaktiven Visualisierungen.

Bilder als Form der Visualisierung

Die einfachste Form der Visualisierung stellen Bilder dar. Hier generieren Sie aus einer gewissen Ansicht des BIM-Modells ein Bild, wozu Sie Materialien und Beleuchtungssituation verwenden. Man spricht von einem Rendering. Die Erzeugung erfolgt beispielsweise direkt in der Software, es muss also nichts zusätzlich installiert werden. Für viele Fachfremde bietet das allein einen sehr hohen Mehrwert, da die Planung naturgetreuer dargestellt wird.

Visualisierung

Die Renderings nehmen sehr unterschiedlich Gestalt an. So ist es in manchen Softwareprodukten beispielsweise möglich, Panoramen zu erzeugen und teilweise sogar Kugelpanoramen (auch sphärische Panoramen genannt). Diese Art des Panoramas gibt sämtliche Blickwinkel von einem Standort im Modell wieder. Betrachten können Sie dies auf dem PC. Deutlich besser geeignet ist jedoch Hardware mit einem Neigungs- oder Beschleunigungssensor. Das heißt im Klartext Smartphones oder Tablets. Wenn Sie diese Panoramen online zur Verfügung stellen, können Sie den Link über einen QR-Code abbilden und ihn somit einfacher öffnen. Weiterhin könnte der QR-Code auf ein Baustellenschild gedruckt werden. Auf diese Weise kann sich der Betrachter vor Ort digital ansehen, wie es dort künftig aussehen wird.

VIsualisierung

Videos als Form der Visualisierung

Der nächst komplexere Schritt der Visualisierung ist ein Video. Dazu definieren Sie entweder Kamerafahrten auf 3D-Linien durch das Modell oder erzeugen sogenannte Key-Frames. Bei Key-Frames handelt es sich um Schlüsselbilder zwischen denen die Kamerabewegung interpoliert wird. Somit erzeugen Sie schnell und einfach ein Video. Je nach Qualität des Videos nehmen Sie die Erstellung bereits in manchen BIM-Autorensoftwares vor oder nutzen ein Plug-In oder ein separates Programm.

Interaktive Visualisierung

Die umfangreichste Form der Visualisierung ist die interaktive Visualisierung. Dabei wird das Modell begehbar, ähnlich eines Computerspiels. Für die Erzeugung reicht die BIM-Autorensoftware nicht aus und Sie müssen auf Plug-Ins oder ein separates Softwareprodukt zurückgreifen. Die Betrachung erfolgt in den meisten Fällen über einen leistungsstarken PC. Eine weitere Möglichkeit ist die interaktive Visualisierung über eine VR-Brille. Das wird in der Praxis zum Beispiel angewandt, um Modellierungsfehler im Modell zu finden. Das können beispielsweise niedrige Durchgangshöhen sein, aber auch fehlplatzierte Schilder oder ungünstige Platzierung von technischen Ausstattungen. Ein kleiner Vorgeschmack erwartet Sie unter diesem Link.

Egal welche Form der Visualisierung Sie wählen, es führt auf jeden Fall zu einem besseren Verständnis von sehr komplexen Sachverhalten und zu einer damit verbundenen Beschleunigung von Entscheidungsfindungen. Zudem sollten Sie nicht unterschätzen wie positiv sich eine gute Visualisierung auf die öffentliche Akzeptanz eines Bauvorhabens auswirken kann.

Die hier gezeigten Visualisierungen haben wir mit Enscape erstellt – einem Plugin unter anderem für Autodesk Revit.

Die Visualisierung ist ein umfangreicher und dennoch einfacher Anwendungsfall. Weitere Anwendungsfälle stellen wir in Zukunft hier auf diesem Blog vor.

Ihr Ansprechpartner:

Wenzel Gierlich

Mail: wgierlich@nti.biz
Telefon: 0371 4000 70-716


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