Der BIM-Manager

29. April 2020 Bauindustrie Sarah Feustel

Der BIM-Manager ist, wie auch BIM an sich, nicht eindeutig und über alle Anwendungsbereiche gleich definiert. Daher existieren zum BIM-Manager sehr unterschiedliche Definitionen. Hierbei ist zu beachten, dass die Vielfalt der vorhandenen Definitionen für BIM den meisten bekannt ist, die Tatsache, dass es unterschiedliche Definitionen zum BIM-Manager gibt jedoch nicht. Hier wird einmal mehr klar, dass ein einheitliches Rollenverständnis in BIM-Projekten unerlässlich ist.

Damit dieser Missstand schnellstmöglich behoben wird, gibt es Initiativen, die sich mit einem einheitlichen Grundwissen zu BIM und den BIM-Rollen beschäftigen. Hier ist allen voran buildingSMART zu nennen, die sich generell mit Standards zu BIM beschäftigen. Weiterhin existiert die VDI 2552 die in Zusammenarbeit mit buildingSMART erstellt wurde. Bei diesen beiden Initiativen ist jedoch zu bemerken, dass es sich um Standards und nicht um Normen handelt.

Damit die vom Gesetzgeber angestrebte BIM-Einführung (siehe BIM-Stufenplan des BMVI – Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) durchgeführt werden kann, gibt es eine Initiative, die sich mit den Voraussetzungen für die Umsetzung des Stufenplanes beschäftigt: BIM4INFRA2020.

Diese definiert die Rolle des BIM-Managers wie folgt:

„Der BIM-Manager ist ein Projektbeteiligter, der nach in Deutschland vorherrschendem Verständnis in einem Projekt die Vorgabe, Steuerung und Überwachung der Abwicklung mit der BIM-Methode übernimmt. Der BIM-Manager übernimmt hiernach auftraggebernahe Aufgaben und keine unmittelbar planerischen Tätigkeiten. Die Rollentrennung zwischen BIM-Koordination und BIM-Management ist soweit ersichtlich ein deutscher Sonderweg.

Außerhalb Deutschlands werden diese Rollen oftmals in einer Rolle BIM-Management zusammengefasst. Dieser Sonderweg ist darauf zurückzuführen, dass der Anteil der Bauprojekte mit Fachlosvergabe der Planungsdisziplinen in Deutschland sehr hoch ist und bei dieser Form der Vergabe aufgrund zahlreicher Schnittstellen ein höherer Steuerungsaufwand auf Bauherrenseite verbleibt. Zudem orientiert sich die Differenzierung zwischen BIM-Koordination und BIM-Management an der in Deutschland gewohnten Leistungsschnittstelle zwischen Planung und Steuerung.“

 

Diese Definition ist relativ global gehalten. Durch die Aufgaben wird die Rolle bedeutend präziser beschrieben als durch die Definition. Eine Definition mit höherem Informationsgehalt, welche ein wenig allgemeingültiger ist, liefert VDI 2552 auf Blatt 2:

„BIM-Manager / Informationsmanager

Projektmitglied, das im Rahmen des Projektmanagementprozesses die Auftraggeber-Informations-Anforderungen verfasst und BIM-Ziele und –Anwendungen definiert (Anmerkung: Der BIM-Manager fordert regelmäßig die einzelnen Fach- und Teilmodelle der Informations-Autoren ein und kontrolliert diese auf Qualität sowie die geforderte Informationstiefe. Anschließend setzt er die einzelnen Informations-Autoren-Modelle zu einem Gesamtbauwerksmodell zusammen und dokumentiert den Projektfortschritt.)“

Neben diesen beiden Definitionen gibt es vielfältige Literatur und diverse firmeninterne Standards, die die Rolle des BIM-Managers unterschiedlich definieren. Ein wichtiger Punkt aus all diesen Definitionen ist jeweils die Abgrenzung zum BIM-Koordinator. Dies begründet sich unter anderem in der oben genannten Tatsache, dass der BIM-Manager ein deutsches Phänomen ist und sich viele große Firmen eher an amerikanischen oder internationalen Definitionen für die Erstellung Ihrer Standards orientieren.

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Wenzel Gierlich - CADsys

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