Fusion 360 - Manufacturing Extension

21. April 2020 Mechanik Sarah Feustel

Autodesk Fusion 360 vereint Konstruktion, Entwicklung und Fertigung in einem Tool. Die Cloud als zentraler Arbeitsbereich erleichtert die Zusammenarbeit in allen Bereichen des Unternehmens.

In Fusion 360 ist ein CAM Modul enthalten, welches die Bereiche Fräsen, Drehen und Schneiden abdeckt. Vor allem im Bereich Fräsen ist von 2D-Strategien wie dem Adaptive Clearing, 2D-Kontur oder Gravieren bis hin zu komplexen 3D-Strategien wie Parallel, HSC-Kontur und die Multi-Achs-Bearbeitung alles enthalten. Gründe für eine NC-Programmierung über ein CAM Modul sind vielfältig – zum einen kann das an der Komplexität des Bauteils liegen, zum anderen können das aber auch einfache Faktoren wie Zeitersparnis, Fehlerreduzierung oder eine bessere Ausnutzung der Maschinenkapazität sein.

Fusion 360 CAM wird in der Funktionalität und Anwendung für viele Unternehmen ausreichend sein. Wenn es spezieller wird, bietet Autodesk eine Erweiterung für Fusion 360 an. Die Manufacturing Extension lässt sich monatlich hinzubuchen, was Ihnen die Flexibilität verschafft, auf die Fertigungsanforderungen schnell und effizient zu reagieren.

Inhalt der Manufacturing Extension

# Automatisierte Programmierung „Bohrungserkennung“ (Programming Automation)

Fusion 360 erleichtert die Programmierung von Bohrungen enorm. So lassen sich z.B. Bohrungen mit gleichem Durchmesser und der gleichen Ausrichtung automatisch wählen. Dies funktioniert auch mit zylindrischen Senkungen oder Fasen. Mit der Manufacturing Extension hat man Fusion 360 eine Funktion spendiert, die unabhängig von Ausrichtung (Ebene), Größe, Ausführung usw. alle Bohrungen im Bauteil erkennt und automatisch die korrekten Arbeitsschritte und Bohrzyklen mit den richtigen Werkzeugen programmiert.

  • Bohrungserkennung
  • automatisierte Programmierung
  • eigene Bohr-Templates erstellen

# Prüfen und Messen auf der Maschine (On-Machine Verification)

Beim Fläche-Prüfen können Sie mithilfe von Antastwerkzeugen Punkte auf einer Oberfläche vermessen. Die Ergebnisse werden gespeichert und in Fusion 360 eingelesen, um eine Überprüfung mit dem 3D-Modell durchzuführen und evtl. die Werkzeugwege anzupassen.

  • Messung auf der Werkzeugmaschine
  • kein Umspannen
  • Überprüfung der Ergebnisse direkt in Fusion 360
  • bei Korrektur der Werkzeugwege kein erneutes Einspannen notwendig

Mit der Funktion „Antastgeometrie“ können Sie während der Bearbeitung ein Element (z.B. eine Bohrung) mit dem Antastwerkzeug vermessen und gegen eine Toleranz prüfen. Liegen Position oder Größe nicht innerhalb der Vorgaben, definieren Sie verschiedene Aktionen, wie z.B. ein Maschinenstopp oder eine Korrektur des Werkzeuges.

  • Automatische Prüfung und Korrektur während der Bearbeitung

# Neue und erweiterte Bearbeitungsstrategie „Steil und Flach“ (Toolpath Strategies)

Bei „steep and shallow“ handelt es sich um eine Schlichtstrategie für Steil- und Flachbereiche. Beide Bereiche werden mit einem einzigen Werkzeugweg bzw. in einer Operation bearbeitet. Zusätzlich lassen sich Spitzen und Markierungen aufgrund scharfer Ecken automatisch verrunden bzw. entfernen. Die automatische Kollisionsvermeidung generiert auf Wunsch auch angepasste Werkzeugwege für die 5-Achs-Bearbeitung.

  • 1 Strategie / 1 Werkzeugweg für steile und flache Bereiche
  • scharfe Ecken im Werkzeugweg entfernen
  • schnellere Programmierung
  • automatische Kollisionsvermeidung durch 5-Achs-Bearbeitung
  • erweiterte Einstellmöglichkeiten für die 5-Achs-Bearbeitung

# Optimierung der Werkzeugwege (Toolpath Modifications / Toolpath Trimming)

Trotz intelligenter Bearbeitungsstrategien und Einstellungen kann es unter Umständen zu Werkzeugwegen kommen, die Zeit kosten und nicht unbedingt notwendig sind. Mit der Manufacturing Extension lassen sich Werkzeugwege bearbeiten. Unerwünschte Bereiche lassen sich stutzen bzw. eingrenzen. Diese Funktion wird als Element in der Timeline hinzugefügt, um eine nachträgliche Bearbeitung zu ermöglichen.

  • Werkzeugwege aktiv stutzen / eingrenzen
  • Funktion wird in der Timeline abgelegt

# Neue 4-Achs Strategie „Rotation“ (4-Axis Rotary)

In Fusion 360 CAM gibt es Strategien, die als 4-Achsen-Abwicklung definiert werden können. „2D-Adaptive“, „2D-Tasche“ und „2D-Kontur“ lassen sich auf eine zylindrische Fläche abwickeln und über die A-Achse ausgeben. Mit „4-Axis-Rotary“ können Sie aber auch nicht zylindrische Flächen bearbeiten. Hierbei lässt sich die Fläche spiralförmig oder zirkular um die rotierende Achse sowie linear entlang der rotierenden Achse bearbeiten.

  • 4-Achs-Bearbeitung für Flächen entlang oder um eine Rotationsachse
  • als Linie, Spirale oder zirkular

# Integrierte additive Fertigung (Metal Additive)

Modelle für die additive Fertigung zu erstellen und als *.STL zu exportieren, ist mit Fusion 360 kein Problem. Die Manufacturing Extension beinhaltet aber auch die Auswahl der Druckparameter, automatische Ausrichtung der Bauteile im Bauraum sowie die Erstellung der Stützstrukturen und Werkzeugwege. Der Export kann direkt an die entsprechende Maschine oder im *.3MF Format erfolgen.

  • automatische Bauteilausrichtung
  • Presets für verschiedene Maschinen und Materialien (FFF und SLM)
  • Werkzeugwege in Fusion 360 generieren und simulieren

Bei Fragen zu Fusion360, Fusion CAM oder der Manufacturing Extension können Sie sich gern an mich wenden!

Danny Maynicke

Ihr Ansprechpartner:

Danny Maynicke

Mail: dmaynicke@cadsys.de
Telefon: 0371 4000 70-517


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