Masterplan BIM für Bundesbauten: Anwendungsfälle Level II

21. April 2022 Bauindustrie / BIM Sarah Feustel

Am Mittwoch, dem 08.12.2021 wurde der Masterplan BIM für Bundesbauten vorgestellt. Darin geht es um die „[…] schnellstmögliche fächendeckende Einführung des Building Information Modeling (BIM) für Bundesbauten“. In Teil 6 unserer Blogreihe beschäftigen wir uns mit den Anwendungsfällen des Level II.

Dieser Beitrag gehört zu einer Serie. Die anderen Beiträge finden Sie nach Veröffentlichung hier:

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Nach dem Einstig in die BIM-Methode mit Level I folgt Level II. Hier liegt der Fokus in der Ausschreibung, der Vergabe und der Bauausführung. Das umfasst die modellbasierte Ermittlung von Mengen, Kosten und Leistungen und dem Generieren von Leistungsverzeichnissen.

Weiterhin soll auch während der Bauphase mithilfe des Modells kommuniziert und zusammengearbeitet werden. Während des Baus soll die Nachverfolgung des Baufortschritts, von Änderungen, Nachträgen und Mängeln erfolgen.

Die folgenden BIM-Anwendungsfälle werden in Level II eingeführt:

BIM-Anwendungsfälle für Level II

AWF 100: MENGEN- UND KOSTENERMITTLUNG: Regelbasierte Ableitung von Mengen aus BIM-Modellen. Die Mengen werden anhand der Bauteilgeometrie sowie von Objektmerkmalen und Attributen ermittelt. Durch die Verknüpfung von Modellelementen und Mengen mit Kosten ist eine Kostenermittlung möglich. Die erforderliche Genauigkeit einer Mengen- und Kostenermittlung orientiert sich an der entsprechenden Leistungsphase bzw. ihrem Verwendungszeck.

AWF 110: LEISTUNGSVERZEICHNIS: Ableitung von LV-Positionen auf Basis modellbasiert ermittelter Mengen sowie damit verknüpfter Vorgänge, Leistungspositionen und Teilleistungen.

AWF 140: BAUFORTSCHRITTSKONTROLLE UND QUALITÄTSPRÜFUNG: Regelmäßiger Abgleich des Soll-Zustands aus As-Planned-Modellen mit dem tatsächlichen Baufortschritt auf der Baustelle (Ist-Zustand). Dabei ist sowohl die Einhaltung des Zeitplans als auch die Einhaltung qualitativer Vorgaben zu überprüfen. Abweichungen zwischen Ist- und Sollzustand können mit Hilfe der Modelle erfasst, dargestellt und dokumentiert werden.

AWF 150: ÄNDERUNGS- UND NACHTRAGSMANAGEMENT: BIM-Modelle werden genutzt, um Art, Umfang und Anlass von Planungsänderungen sowie Nachtragsforderungen während des Bauprozesses aufzunehmen, darzustellen, nachzuverfolgen und freizugeben. So können Planungsänderungen und deren Auswirkungen auf weitere Prozesse besser dokumentiert und kommuniziert werden. Ebenso kann dieser Anwendungsfall genutzt werden, um zu prüfen, ob geforderte Nachträge tatsächlich als solche zu behandeln sind.

AWF 170: ABNAHME- UND MÄNGELMANAGEMENT: BIM-Modelle werden genutzt, um Mängel und deren Behebung zu erfassen, darzustellen und zu dokumentieren sowie die Informationen allen Beteiligten zur Verfügung zu stellen. Dieser Anwendungsfall kann auch genutzt werden, um die Gewährleistung von Bauleistungen zu dokumentieren und nachzuverfolgen.

Anwendungsfälle Level I + II
Abb. 1: Zielbild zur verbindlichen Einführung von BIM für Bundesbauten | Quelle: Masterplan BIM für Bundesbauten, Erläuterungsbericht, S. 18, https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2021/10/masterplan-bim.pdf?__blob=publicationFile&v=3

Ihr Ansprechpartner:

Wenzel Gierlich

Mail: wgierlich@nti.biz
Telefon: 0371 4000 70-716


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