Masterplan BIM für Bundesbauten – Implementierung von BIM: Vertrag und Vergabe

19. September 2022 Bauindustrie / BIM Tanja Czernig

Der Masterplan BIM für Bundesbauten wurde Ende letzten Jahres vorgestellt. Darin geht es um die „[…] schnellstmögliche flächendeckende Einführung des Building Information Modeling (BIM) für Bundesbauten“. Teil 10 unserer Blogreihe beschäftigt sich mit dem Handlungsfeld Vertrag und Vergabe bei der Implementierung.

Dieser Beitrag gehört zu einer Serie. Die anderen Beiträge finden Sie nach Veröffentlichung hier:

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Vertrag und Vergabe

Damit BIM in Projekten umgesetzt werden kann muss nicht nur der Ausschreibungs- und Vergabeprozess angepasst werden, sondern auch die Vertragsgestaltung. Dabei sollten die beiden maßgebenden BIM-Dokumente berücksichtigt werden: AIA und BAP.

AIA - Auftraggeber-Informationsanforderungen

Die Abkürzung AIA steht für Auftraggeber-Informationsanforderungen, dabei handelt es sich um eine Art BIM-Lastenheft. Im Bundesbau wird dieses Lastenheft Teil der Ausschreibungsunterlagen werden.

Die AIA beinhalten die im Projekt verfolgten BIM-Ziele und daraus abgeleitete Anwendungsfälle (Awf). Weiterhin werden Projektanforderungen definiert, wichtige Zeitpunkte im Projekt festgehalten, sowie Bereitstellungswege und Detailtiefen festgelegt. Darüber hinaus werden Datenformate und Plattformen für den Austausch der Daten vorgeschrieben. Die AIA werden bauherrenseitig erstellt. Daran beteiligen sich Maßnahmenträger, der BIM-Manager und ggf. auch die Nutzer.

BAP - BIM Abwicklungsplan

BAP steht für BIM-Abwicklungsplan. Als Gegenstück zu den AIA handelt es sie hierbei um eine Art BIM-Pflichtenheft. Er entsteht in der Regel nach Vertragsabschluss und beschreibt die konkrete Herangehensweise zur Umsetzung der Vorgaben aus den AIA. Die Erstellung des BAP erfolgt durch die Auftragnehmer, bzw. durch Vertreter der beteiligten Fachdisziplinen. Das sind in der Regel BIM-Koordinatoren. Falls es einzelne Teil-BIM Abwicklungspläne gibt, so müssen diese zueinander stimmig sein.

Der BAP kann auch im Vergabeverfahren genutzt werden. Der Bauherr kann einen Vor-BAP zur Verfügung stellen, in dem Bereits eine Grundstruktur enthalten ist. Weiterhin ist es möglich, dass vom Bieter im Angebots- und Vergabeprozess ein Konzept für einen BAP abgefragt wird. In diesem würde der Bieter beschreiben, wie er die Anforderungen aus den AIA umsetzen will. Umfang und Qualität des konzeptuellen BAP kann als Vergabekriterium gewertet werden.

Der BAP kann über die Projektabwicklung im Einklang mit allen Projektbeteiligten fortgeschrieben werden.

AIA und BAP
Systematik von AIA und BAP

Vertragsgestaltung mit BIM

Durch die Anwendung von BIM müssen keine grundlegenden Änderungen in den Vertragsbedingungen oder neue Vertragsarten entstehen. Die HOAI (Honorar Ordnung für Architekten und Ingenieure) ist grundsätzlich methodenneutral. Es bietet sich jedoch an, dass man die Leistungsbilder der HOAI und gewisse Leistungspflichten innerhalb der Leistungsphasen anpasst. Die Honorierung von Grundleistungen im Generellen und besonderen Leitungen im Speziellen ist fair zu gestalten. Anwendungsbezogene Empfehlungen zur Vertragsgestaltungen werden für den Bundeshochbau entwickelt.

Ihr Ansprechpartner

Wenzel Gierlich

Mail: wgierlich@nti.biz
Telefon: 0371 4000 70-716


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