Masterplan BIM für Bundesbauten: Zielbild

8. März 2022 Bauindustrie / BIM Sarah Feustel

Seit Ende letzten Jahres gibt es den Masterplan BIM für Bundesbauten. Darin geht es um die „[…] schnellstmögliche fächendeckende Einführung des Building Information Modeling (BIM) für Bundesbauten“. In Teil 4 unserer Blogreihe beschäftigen wir uns mit dem Zielbild des Masterplan BIM.

Dieser Beitrag gehört zu einer Serie. Die anderen Beiträge finden Sie nach Veröffentlichung hier:

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Der zeitliche Ablauf der BIM-Einführung sieht wie folgt aus:

Ab Ende 2020 wird BIM über 3 Levels verbindlich für alle neu zu planenden Baumaßnahmen eingeführt. Über diese Levels hinweg kommen unterschiedliche Anwendungsfälle (AWF) zum Einsatz. Die vollständige Implementierung soll 2027 erfolgen (siehe Abbildung 1).

Level I wird Ende 2022 mit 9 AWF verbindlich für alle neu zu planenden Bundesbauvorhaben anzuwenden sein. Diese AWF liegen in der Projektvorbereitungsphase und der Planung und sollen die Voraussetzung für die Nutzung der BIM-Methode über den gesamten Lebenszyklus schaffen.

Level II wird ab 2023 für sehr große Baumaßnahmen (ab 50 Mio. Euro) verbindlich werden. Ab 2025 ist Level II auch für Baumaßnahmen ab 0,5 Mio. Euro verpflichtend. In diesem Level kommen weitere 5 AWF im Zusammenhang mit Ausschreibung, Vergabe und Baurealisierung dazu.

Parallel dazu erfolgt ab 2025 die Implementierung der letzten 4 Anwendungsfälle des Levels III bei sehr großen Baumaßnahmen. Baumaßnahmen ab 0,5 Mio. Euro sind ab 2027 im Level III zu führen. In Level III liegt der Schwerpunkt auf der Unterstützung von externen Genehmigungsprozessen durch andere Behörden sowie auf der Logistikplanung mit BIM.

Masterplan BIM für Bundesbauten - Zielbild
Abb. 1: Zielbild zur verbindlichen Einführung von BIM für Bundesbauten | Quelle: Masterplan BIM für Bundesbauten, Erläuterungsbericht, S. 14, https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2021/10/masterplan-bim.pdf?__blob=publicationFile&v=3

Die verbindliche Umsetzung gilt für alle Neu-, Um- und Erweiterungsbaumaßnahmen:

  • Ab der Entscheidung zum Eigenbau
  • Ab einem Projektvolumen von mehr als 0,5 Mio Euro (Bagatellgrenze)

BIM ist auch bei komplexen und umfangreichen Projekten des Bauunterhalts anzuwenden. Das ist beispielsweise der Fall, wenn mehrere Planungsdisziplinen beteiligt sind oder das Volumen über 5 Mio. Euro liegt. Davon kann abgewichen werden, wenn der Aufwand für die Bestandsmodellierung nicht durch den Nutzen aufgewogen wird.

BIM soll möglichst früh und möglichst umfänglich genutzt werden. Daher können auch AWF aus einem höheren Level genutzt werden.

Informationen sollen strukturiert, bedarfsgerecht und natürlich digital zur Verfügung gestellt werden. Dabei ist die Zusammenarbeit der Bauverwaltung mit  weiteren Projektbeteiligten entscheidend. Bereits in der Bedarfsplanung sollen Informationsanforderungen formuliert werden, die bereits den Betrieb des Bauwerks berücksichtigen. So wird sichergestellt, dass die Informationen optimal erhoben und genutzt werden. Für Projekte im Bestand werden die entsprechenden Bestandsdaten zur Verfügung gestellt.

Ihr Ansprechpartner:

Wenzel Gierlich

Mail: wgierlich@nti.biz
Telefon: 0371 4000 70-716


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